Frauen in Führung werden öffentlich sichtbar, wenn ihre Expertise, Entscheidungen und Leistungen Teil der Unternehmenskommunikation sind. Dafür eignen sich Interviews, Fachartikel, Kommentare und weitere Story-Formate. Gute PR verbindet die fachliche Perspektive einer Führungskraft mit Themen, die für die Kundschaft, Medien und potenzielle Mitarbeitende relevant sind.
Frauen in Führung: Welche Rolle spielt Sichtbarkeit?
Wer eine Führungsposition übernimmt, hat etwas zu sagen: über die Entwicklung des Unternehmens, über Entscheidungen und über Herausforderungen der Branche. Für die Unternehmenskommunikation sind diese Perspektiven wertvoll. Sie machen nachvollziehbar, welche Menschen hinter einer Strategie stehen und welche Erfahrung ihre Entscheidungen prägt.
Gerade bei Frauen in Führung verdient das Aufmerksamkeit. 2024 waren in Deutschland nur 29,1 % der Führungskräfte Frauen, obwohl ihr Anteil an allen Erwerbstätigen bei 46,9 % lag. Seit 2014 hat sich ihr Anteil in Führungspositionen nahezu nicht verändert.
PR kann die Ursachen dieser Unterrepräsentation nicht beseitigen. Unternehmen können durch ihre Kommunikation aber zeigen, wo Frauen bereits Verantwortung tragen, welche Fachkompetenz sie einbringen und was sie bewegen. Damit geben sie Kundinnen und Kunden konkrete Ansprechpartnerinnen und potenziellen Mitarbeitenden einen Einblick in mögliche Karrierewege.
Eine Ernennung bekannt zu machen, ist dafür ein Anfang. Ein Interview über strategische Entscheidungen, ein Fachartikel zu einer Branchenfrage oder eine Story über ein erfolgreiches Projekt lassen die Person hinter der Position näher kennenlernen. Die unterschiedlichen PresseBox-Story-Formate bieten Unternehmen die Möglichkeit, diese Perspektiven regelmäßig aufzugreifen und weibliche Führung über ihre tatsächliche Arbeit sichtbar zu machen.
Was Sichtbarkeit für Unternehmen und Führungskräfte leisten kann
Für Außenstehende ist eine Führungsposition zunächst ein Titel. Was die Person dahinter kann, wie sie arbeitet und welche Themen sie voranbringt, wird durch konkrete Inhalte verständlich.
Erklärt eine technische Leiterin in einem Fachartikel, worauf es bei der Einführung einer neuen Technologie ankommt, erhält die Leserschaft hilfreiches Wissen. Gleichzeitig erfährt sie, welche Kompetenz im Unternehmen vorhanden ist. Beschreibt eine Geschäftsführerin im Interview die Überlegungen hinter einer strategischen Entscheidung, wird ihre Verantwortung nachvollziehbar.
Daraus können Anknüpfungspunkte entstehen: Eine Fachredaktion findet eine Ansprechpartnerin, potenzielle Kundinnen und Kunden erkennen passende Erfahrung, eine Bewerberin erhält einen Einblick in einen möglichen Karriereweg. Für die Führungskraft entsteht ein öffentliches Profil, das über ihre Funktionsbezeichnung hinausgeht.
Unternehmen können deshalb prüfen, wer ihre Kommunikation prägt: Wer wird in Storys zitiert? Wer erklärt neue Entwicklungen? Wer tritt als Autorin oder Interviewpartnerin auf? Werden die Frauen, die intern Verantwortung tragen, auch nach außen mit dieser Verantwortung verbunden?
Mit der Fachkompetenz beginnen
Für eine relevante Story braucht es zunächst ein Thema, zu dem die Führungskraft etwas beitragen kann. Das können Erfahrungen aus einem Projekt, eine Einschätzung zu einer Branchenentwicklung oder Antworten auf häufige Fragen aus der Kundschaft sein.
Hilfreich ist ein Gespräch mit der Führungskraft: Welche Herausforderung beschäftigt sie aktuell? Welche Entscheidung musste sie treffen? Was hat sie dabei gelernt? Welche Erkenntnis könnte für andere Unternehmen nützlich sein?
Aus den Antworten lässt sich ein Beitrag entwickeln, der sowohl die Person als auch ihre Arbeit verständlich macht. Eine Produktionsleiterin kann beispielsweise erläutern, wie sie neue Abläufe mit ihrem Team eingeführt hat. Eine IT-Verantwortliche kann erklären, welche Fragen vor dem Einsatz einer KI-Anwendung geklärt werden sollten. Eine Geschäftsführerin kann Erfahrungen aus der Unternehmensnachfolge teilen.
Dabei zählt die Genauigkeit. Statt „Sie steht für innovative Führung“ sollte der Text zeigen, was konkret verändert wurde, warum und mit welchem Ergebnis. Zahlen benötigen einen Zeitraum und eine nachvollziehbare Grundlage. Auch die Beiträge des Teams gehören zur Geschichte.
Das passende PresseBox-Story-Format wählen
Eine Personalie bietet einen Anlass, eine Führungskraft vorzustellen. Für die weitere Kommunikation stehen auf der PresseBox insgesamt acht Story-Formate zur Verfügung. Sie ermöglichen unterschiedliche Zugänge zu ihrer Expertise und Arbeit.
Die folgenden Beispiele sind Ideen für eigene Storys:
Pressemitteilung:
Eine Ernennung vorstellen: Welche Verantwortung übernimmt die Führungskraft und welche Erfahrung bringt sie mit?
Interview:
Entscheidungen und Erfahrungen in eigenen Worten erläutern, etwa zur Neuausrichtung eines Geschäftsbereichs.
Fachartikel:
Wissen zu einer konkreten Fragestellung vermitteln und die Führungskraft als Autorin mit ihrem Fachgebiet vorstellen.
Kommentar:
Eine aktuelle Entwicklung einordnen und eine fachlich begründete Position vertreten.
Success Story:
Ein abgeschlossenes Projekt, belegbare Ergebnisse und den Beitrag der verantwortlichen Führungskraft zeigen.
Anwenderbericht:
Eine Führungskraft auf Kundenseite schildert, wie eine Lösung eingesetzt wird und welche Erfahrungen ihr Team damit macht.
Feature Story:
Hintergründe einer Unternehmensentscheidung oder den beruflichen Weg einer Unternehmerin erzählen.
Branchenthema:
Eine Entwicklung aufgreifen, die mehrere Unternehmen betrifft, und Erfahrungen aus dem eigenen Verantwortungsbereich beitragen.
Die Auswahl richtet sich nach dem Inhalt. Wer eine Entscheidung erklären möchte, kann ein Interview nutzen. Wer Wissen strukturiert vermitteln möchte, wählt einen Fachartikel. Für eine begründete Meinung zu einem aktuellen Thema eignet sich ein Kommentar.
Die Führungskraft sollte dabei klar erkennbar sein: durch Namen und Funktion, ein aussagekräftiges Zitat, ein Autorinnenprofil oder ein passendes Porträt. So kann die Leserschaft die fachlichen Aussagen einer Person zuordnen.
Praxisbeispiel: Wie ein Interview Expertise sichtbar macht
Ein Beispiel dafür ist das auf PresseBox veröffentlichte Interview „Re-Made: Das neue ‚Made in Germany‘“ mit Nadin-Shirin Zimmermann, Inhaberin von Nexarus. Sie beantwortet darin Fragen zu zirkulären Geschäftsmodellen und erklärt, wie ihr Unternehmen deren wirtschaftliche Tragfähigkeit prüft und die Umsetzung begleitet.
Für die Sichtbarkeit von Frauen in Führungspositionen ist vor allem die Gestaltung des Beitrags interessant: Im Mittelpunkt steht ihre fachliche Kompetenz, nicht die Tatsache, dass sie als Frau ein Unternehmen führt. Die Fragen geben ihr Raum, ihre Einschätzungen und ihre Arbeitsweise zu erläutern. So wird sie als Expertin vorgestellt. Porträtfoto und Kurzvorstellung sorgen dafür, dass Name und Gesicht mit dem Thema verbunden werden und im Gedächtnis bleiben.
Fachlich sichtbar werden, ohne auf Klischees reduziert zu werden
Bei der Themenwahl sollten Unternehmen darauf achten, welche Fragen sie ihren Führungskräften stellen. Wenn bei Frauen vor allem Familie und Vereinbarkeit im Mittelpunkt stehen, kann ihre fachliche Verantwortung in den Hintergrund geraten. Diese Themen können relevant sein, wenn die Person darüber sprechen möchte und sie zum Beitrag passen.
Auch ein vermeintlich typisch weiblicher Führungsstil sollte nicht vorausgesetzt werden. Glaubwürdige Kommunikation zeigt die tatsächliche Arbeitsweise einer Person und belegt sie mit Erfahrungen.
Zugleich können Frauen widersprüchlichen Erwartungen begegnen: Sie sollen entschlossen auftreten und dabei als freundlich wahrgenommen werden. Eine experimentelle Studie von Rudman und Glick zeigt, dass Frauen in bestimmten Bewerbungssituationen Nachteile erfahren konnten, wenn ihr entschiedenes Auftreten Erwartungen an weibliche Freundlichkeit verletzte. Diese Spannung wird auch als „Freundlichkeitsfalle“ bezeichnet.
Für die PR-Arbeit bedeutet das, öffentliche Präsenz gemeinsam zu gestalten. Die Führungskraft sollte Themen und Aussagen mitbestimmen, sich auf Interviews vorbereiten können und persönliche Grenzen festlegen. Redaktionelle Unterstützung und Zeit für Abstimmung helfen, dass die Beiträge zu ihr passen.
Kontinuität entsteht durch die Arbeit im Unternehmen
Female Leadership muss kein Thema sein, das nur zum Weltfrauentag aufgegriffen wird. Projekte, Fragen aus der Kundschaft und Branchenentwicklungen liefern das ganze Jahr über Anlässe, Frauen als Verantwortliche und Expertinnen einzubinden.
Aus einer Ernennung kann zunächst eine Pressemitteilung entstehen. Einige Wochen später erläutert ein Interview die Schwerpunkte der neuen Aufgabe. Sobald Erfahrungen oder Ergebnisse vorliegen, können sie in einem Fachartikel oder einer Success Story vertieft werden. Jeder Beitrag braucht dabei einen eigenen Informationswert.
Ein Redaktionsplan hilft, solche Themen frühzeitig zu sammeln und Zuständigkeiten festzulegen. Bei der Veröffentlichung auf PresseBox sollten Kategorien und Schlagwörter zum fachlichen Inhalt passen. Ergänzend kann die Führungskraft ihre Perspektive auf LinkedIn aufgreifen oder das Thema bei einer Fachveranstaltung weiterführen.
Ob die Kommunikation wirkt, sollte anhand des jeweiligen Ziels geprüft werden. Relevant können beispielsweise Medienanfragen, Fachkontakte oder Einladungen sein. Aufrufe und Klicks geben ergänzende Hinweise darauf, welche Inhalte Interesse finden. Eine einzelne Veröffentlichung belegt noch keine Veränderung von Karrierechancen.
Checkliste: In fünf Schritten zur Story
- Expertise und Zielgruppe festlegen: Für welches Thema soll die Führungskraft ansprechbar sein? Wen soll der Beitrag erreichen?
- Erfahrungen und Belege sammeln: Welche Entscheidungen, Projekte und Ergebnisse tragen die Geschichte? Welche Informationen dürfen veröffentlicht werden?
- Story-Format auswählen: Soll der Beitrag informieren, erklären, einordnen oder einen Erfolg zeigen?
- Veröffentlichung planen: Text, Aussagen und Bildmaterial abstimmen, passende Kanäle wählen und mögliche Folgethemen sammeln.
- Wirkung prüfen: Werden Person und Expertise erkennbar? Entstehen relevante Rückmeldungen, Kontakte oder Anfragen?
Eine Personalie als Ausgangspunkt für weitere Storys
Wenn eine Frau eine Führungsposition übernimmt, bietet die Personalie einen konkreten Anlass, sie vorzustellen. Neben Namen, Funktion und Startdatum sollte die Story deutlich machen, welche Aufgaben sie übernimmt und welche Erfahrungen sie dafür mitbringt. So können Leserinnen und Leser nachvollziehen, warum die Besetzung für das Unternehmen relevant ist.
Ein eigenes Zitat gibt der Führungskraft Raum, ihre Perspektive einzubringen. Besonders aussagekräftig ist es, wenn sie eine konkrete Herausforderung benennt oder erklärt, welchen Schwerpunkt sie in ihrer neuen Rolle setzen möchte. Das vermittelt mehr als eine allgemeine Aussage darüber, dass sie sich auf die Aufgabe freut.
Daran kann die weitere Kommunikation anknüpfen: Ein Interview vertieft ihre Pläne, ein Fachartikel greift eine Frage aus ihrem Verantwortungsbereich auf. Später kann eine Success Story zeigen, was sie gemeinsam mit ihrem Team erreicht hat. Die Personalie wird damit zum Beginn eines fachlichen Profils, das sich über mehrere Veröffentlichungen entwickelt.
Häufige Fragen
Wie werden Frauen in Führung sichtbar?
Indem Unternehmen ihre Expertise regelmäßig in die Kommunikation einbinden: mit namentlich zugeordneten Fachartikeln, Interviews, Kommentaren und Projektgeschichten. Entscheidend sind relevante Inhalte, eine erkennbare Verantwortung und die Veröffentlichung dort, wo die jeweilige Zielgruppe nach Informationen sucht.
Wann lohnt sich eine Pressemitteilung für eine Personalie?
Wenn eine Ernennung oder neue Verantwortung einen relevanten Nachrichtenanlass bietet. Die Meldung sollte Aufgaben, Qualifikation und die Bedeutung der Veränderung erklären. Für eine vertiefende Darstellung der fachlichen Perspektive eignen sich anschließend ein Interview oder Fachartikel.
Welche Kanäle eignen sich für Female Leadership?
PresseBox, passende Fachmedien, der Unternehmensnewsroom und LinkedIn lassen sich mit Verbänden, Netzwerken und Fachveranstaltungen verbinden. Die Auswahl richtet sich danach, welche Zielgruppe angesprochen werden soll und wo sie sich über die jeweiligen Themen informiert.
Wie messe ich den Erfolg von Sichtbarkeit?
Sichtbarkeit entsteht selten durch eine einzelne Veröffentlichung, sondern vor allem durch Kontinuität. Wer regelmäßig veröffentlicht, kann von Redaktionen, Fachpublikum und der Kundschaft wiedererkannt werden und im Gedächtnis bleiben. Deshalb lohnt sich der Blick auf einen längeren Zeitraum. Prüfen Sie, ob die gewünschten Personen und Themen in relevanten Veröffentlichungen vorkommen und ob daraus zum Beispiel Medienanfragen, Fachkontakte oder Einladungen entstehen.
Ein weiterer Gradmesser ist die digitale Auffindbarkeit: Erscheinen Sie mit Ihren Themen in den Ergebnissen von Suchmaschinen, und werden Sie in den Antworten von KI-Assistenten genannt? Stellen Sie dazu Suchmaschinen und KI-Tools in regelmäßigen Abständen typische Fragen aus Ihrem Fachgebiet und halten Sie fest, ob und wie Sie in den Antworten vorkommen.
Aufrufe, Klicks und Interaktionen liefern ergänzende Hinweise. Einzelne Kennzahlen belegen allerdings noch keine Veränderung von Karrierechancen oder Unternehmensimage. Aussagekräftig wird erst die Entwicklung über die Zeit.
Was ist der Unterschied zwischen Personal Branding und PR?
Personal Branding beschreibt den Aufbau eines erkennbaren persönlichen Profils aus Expertise, Werten und Haltung. PR gestaltet die Kommunikation mit relevanten Öffentlichkeiten. Sie kann dieses Profil durch Fachbeiträge, Interviews, Medienkontakte und andere Veröffentlichungen nach außen vermitteln.
Mehr zur persönlichen Positionierung lesen Sie im PresseBox-Experteninterview mit Dr. Martina Pesic über Personal Branding
Fazit:
Verantwortung und Expertise öffentlich erkennbar machen
Frauen in Führung sichtbar zu machen beginnt bei der Arbeit, die sie bereits leisten. Unternehmen können ihre Entscheidungen, Erfahrungen und fachlichen Perspektiven gezielt in die Kommunikation einbinden.
Die verschiedenen Story-Formate der PresseBox bieten dafür passende Möglichkeiten. Wer sie kontinuierlich nutzt und die Führungskraft aktiv beteiligt, schafft ein nachvollziehbares Profil: Wofür ist sie verantwortlich, was weiß sie und welchen Beitrag leistet sie?
Sie möchten Ihre Story professionell aufbereiten? Der PresseBox-Story-Guide zeigt Schritt für Schritt, wie Sie das passende Format wählen und Ihre Inhalte aufbauen.
Quellen:
PresseBox: „Re-Made: Das neue ,Made in Germany'“, 29.09.2026
Destatis: Frauen in Führungspositionen, Datenjahr 2024
PresseBox-Story-Guide: acht Story-Formate.
Rudman und Glick (2001): Prescriptive Gender Stereotypes and Backlash Toward Agentic Women.
Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.



