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Sommerloch war gestern: So planen Sie Ihren PR-Redaktionsplan für Q4

Im Sommer wird es in vielen Unternehmen etwas ruhiger. Meetings werden weniger, Kolleginnen und Kollegen sind im Urlaub und manche Projekte laufen für einige Wochen auf Sparflamme. Auch in der Kommunikation entsteht schnell der Eindruck: Im Sommer passiert ohnehin nicht viel.

Dabei ist gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, um vorauszudenken.

Ein strukturierter PR-Redaktionsplan für Q4 hilft Ihnen, Themen frühzeitig zu erkennen, Inhalte sinnvoll zu verteilen und Ihre Kommunikation für die letzten Monate des Jahres vorausschauend zu planen. Statt erst aktiv zu werden, wenn ein Thema bereits akut ist, steht frühzeitig fest, was Sie wann, wo und für wen kommunizieren möchten.

Denn gute PR entsteht selten spontan. Sie entsteht dort, wo relevante Themen rechtzeitig erkannt, passend aufbereitet und über die richtigen Kanäle ausgespielt werden.

Was ist ein PR-Redaktionsplan?

Ein PR-Redaktionsplan bündelt die geplanten Kommunikationsmaßnahmen eines Unternehmens für einen bestimmten Zeitraum. Darin werden unter anderem Themen, Veröffentlichungsdaten, Formate, Kanäle, Verantwortlichkeiten und Ziele festgehalten.

Ob Pressemitteilung, Fachartikel, Anwenderbericht, Interview, Unternehmensnews oder begleitender Social-Media-Content: Der Redaktionsplan betrachtet Kommunikation nicht als einzelne Veröffentlichungen, sondern als zusammenhängenden Prozess.

Gerade für Q4 lohnt sich eine frühzeitige Planung. Nach der Sommerpause nimmt die Kommunikation in vielen Unternehmen wieder Fahrt auf: Messen und Veranstaltungen stehen an, Projekte gehen in die nächste Phase, Produktneuheiten werden vorgestellt und gleichzeitig rücken Jahresendgeschäft, Jahresrückblicke und die Planung für 2027 näher.

Wer diese Themen bereits im Spätsommer identifiziert, kann sie sinnvoll über Oktober, November und Dezember verteilen und rechtzeitig vorbereiten. So müssen Sie im Oktober nicht feststellen: „Eigentlich hätten wir damit schon vor Wochen beginnen sollen.“

Warum die Sommerpause der perfekte Zeitpunkt für Ihre PR-Planung ist

Sommerloch? Vielleicht. Kommunikationspause? Muss nicht sein.

Ruhigere Wochen schaffen Raum für Themen, die im Tagesgeschäft häufig zu kurz kommen. Gleichzeitig ist der Jahresendspurt noch weit genug entfernt, um Inhalte für Q4 ohne unnötigen Zeitdruck vorzubereiten. Eine zentrale Frage lautet dabei:

Welche Geschichten möchten Sie in den kommenden Wochen erzählen?

Dabei lohnt sich nicht nur der Blick auf feststehende Unternehmensereignisse. Auch Fachwissen, Marktbeobachtungen, Kundenprojekte oder Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag können relevante Inhalte liefern.

Mit etwas Vorlauf lassen sich Themen recherchieren, Ansprechpartner einplanen, Bildmaterial organisieren und Freigaben vorbereiten. Gleichzeitig können Sie frühzeitig entscheiden, welches Format am besten zum jeweiligen Thema passt.

Denn nicht jede Information muss eine klassische Pressemitteilung werden. Je nach Inhalt können ein Fachartikel, Anwenderbericht, Interview, Social-Media-Beitrag oder eine ausführliche Story die bessere Wahl sein. Genau dabei schafft ein Redaktionsplan Struktur und ermöglicht eine strategischere Kommunikation.

In 5 Schritten zum PR-Redaktionsplan für Q4

Ein Redaktionsplan muss nicht kompliziert sein. Viel wichtiger ist, dass er tatsächlich im Arbeitsalltag genutzt wird.

Diese fünf Schritte helfen Ihnen beim Aufbau.

1. Themen recherchieren: Was haben Sie eigentlich zu erzählen?

Am Anfang steht nicht der Kanal, sondern das Thema.

Sammeln Sie zunächst alles, was in den kommenden Wochen für Ihre Zielgruppen interessant sein könnte.

Dazu gehören beispielsweise:

    • Produktneuheiten und Releases
    • neue Kunden oder Projekte
    • Veranstaltungen und Messetermine
    • Studien und Unternehmenszahlen
    • Kooperationen
    • Jubiläen
    • Fachwissen aus Ihrem Unternehmen
    • aktuelle Entwicklungen innerhalb Ihrer Branche
    • häufige Fragen Ihrer Kunden
    • Kunden- und Anwendergeschichten
    • Jahresrückblicke und wichtige Meilensteine
    • Trends, Prognosen und Ausblicke auf 2027

Gerade Q4 bietet dabei einige Kommunikationsanlässe, die nur in diesem Zeitraum entstehen. Welche Entwicklungen haben Ihr Unternehmen oder Ihre Branche 2026 geprägt? Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus dem laufenden Jahr mit? Und welche Themen werden Ihre Kunden 2027 beschäftigen? Auch solche Fragen können die Grundlage für relevante PR-Inhalte bilden.

Schauen Sie dabei nicht ausschließlich nach großen Nachrichten.

Gerade im B2B-Bereich steckt viel interessanter Content im vorhandenen Know-how eines Unternehmens. Welche Entwicklungen beschäftigen Ihre Kunden gerade? Welche Probleme lösen Sie immer wieder? Welche Trends beobachtet Ihr Vertrieb? Welche Fragen bekommt Ihr Kundenservice regelmäßig gestellt?

Aus einer einzigen Antwort können manchmal gleich mehrere relevante Kommunikationsanlässe entstehen.

Tipp: Sprechen Sie deshalb nicht nur mit Marketing und Geschäftsführung. Vertrieb, Produktentwicklung, Kundenservice oder Projektmanagement kennen häufig Themen, die für externe Zielgruppen besonders interessant sind.

2. Das richtige Format und den richtigen Kanal wählen

Ist das Thema gefunden, folgt die nächste Frage: Wie und wo erzählen Sie es am besten?

Nicht jedes Thema eignet sich für jedes Format oder jeden Kanal. Eine Produktneuheit kann beispielsweise als klassische Pressemitteilung veröffentlicht werden, während sich ein komplexes Fachthema ausführlicher in einer PresseBox-Story aufbereiten lässt. Für ein erfolgreich abgeschlossenes Kundenprojekt bieten sich wiederum ein Anwenderbericht oder ein Interview an.

Auch Social Media sollte von Anfang an mitgedacht werden. Denn ein gutes Thema kann auf mehreren Kanälen stattfinden – allerdings nicht überall mit demselben Text.

Eine Pressemitteilung verfolgt beispielsweise ein anderes Ziel als ein LinkedIn-Beitrag. Während die Pressemitteilung Informationen strukturiert und mediengerecht vermittelt, kann LinkedIn einzelne Aspekte aufgreifen, einordnen und zur Diskussion stellen. Warum beide Formate unterschiedliche Aufgaben erfüllen und wie sie sinnvoll zusammenspielen, zeigen wir ausführlich in unserem Blogbeitrag „Pressemitteilung vs. LinkedIn-Post: Warum Unternehmen beides brauchen“.

Aus einem Thema können so mehrere eigenständige Inhalte entstehen: Auf LinkedIn wird beispielsweise eine zentrale These aufgegriffen, auf Instagram ein Aspekt visuell hervorgehoben. Eine interessante Zahl kann zur Grafik werden, ein starkes Zitat zum Ausgangspunkt für einen weiteren Beitrag.

Entscheidend ist, den Inhalt an den jeweiligen Kanal anzupassen. Fragen Sie sich deshalb:

    • Welcher Aspekt ist für die jeweilige Zielgruppe besonders relevant?
    • Welche Aufbereitung passt zur Plattform?
    • Wie ausführlich sollte der Inhalt sein?
    • Welchen zusätzlichen Blickwinkel können Sie bieten?

So lässt sich Content mehrfach nutzen, ohne dass die Kommunikation redundant wirkt.

Content mehrfach nutzen: ja. Eins zu eins kopieren: besser nicht.

Genau deshalb gehört Social Media in einen modernen PR-Redaktionsplan von Anfang an dazu.

3. Verantwortlichkeiten festlegen

Ein guter Plan funktioniert nur, wenn klar ist, wer ihn umsetzt.

Halten Sie deshalb für jeden geplanten Inhalt fest:

    • Wer liefert die Informationen?
    • Wer schreibt den Text?
    • Wer organisiert Bilder oder Grafiken?
    • Wer gibt den Beitrag frei?
    • Wer veröffentlicht ihn?

Besonders der Freigabeprozess wird häufig unterschätzt.

Wenn ein Fachbeitrag noch durch Geschäftsführung, Produktmanagement und eine externe Partnerfirma freigegeben werden muss, sollte das bereits bei der Terminplanung berücksichtigt werden.

Aus einem geplanten Veröffentlichungstermin Mitte Oktober wird sonst schnell Anfang November. Gerade in Q4 kann das problematisch werden, wenn mehrere Veröffentlichungen, Veranstaltungen und Jahresendthemen zeitlich dicht aufeinanderfolgen.

Deshalb gilt: Planen Sie nicht nur den Veröffentlichungstag, sondern auch die wichtigsten Schritte davor.

4. Einen realistischen Rhythmus definieren

Kontinuität ist in der Kommunikation wichtiger als kurzfristiger Aktionismus.

Drei Veröffentlichungen innerhalb einer Woche und danach sechs Wochen Funkstille sind deshalb selten die beste Strategie.

Überlegen Sie sich stattdessen, welchen Rhythmus Sie dauerhaft umsetzen können.

Das kann beispielsweise bedeuten:

    • zwei größere PR-Veröffentlichungen pro Monat
    • einen Fachartikel monatlich
    • einen Anwenderbericht pro Quartal
    • zwei LinkedIn-Beiträge pro Woche
    • regelmäßige Unternehmensnews oder ShortNews

Der passende Rhythmus hängt natürlich von Ihrem Unternehmen, Ihren Ressourcen und Ihren Themen ab.

Entscheidend ist nicht, möglichst viel zu veröffentlichen.

Entscheidend ist, regelmäßig relevante Inhalte zu veröffentlichen.

Gerade im vierten Quartal lohnt es sich, die geplanten Themen bewusst über die drei Monate zu verteilen. Herbstveranstaltungen, Produktkommunikation, Jahresendthemen und erste Ausblicke auf 2027 sollten sich nicht innerhalb weniger Wochen gegenseitig die Aufmerksamkeit nehmen.

Lassen Sie außerdem bewusst Platz im Redaktionsplan. PR lässt sich nicht vollständig vorausplanen. Aktuelle Ereignisse, neue Studien, Branchendiskussionen oder Entwicklungen im Unternehmen können jederzeit neue Kommunikationsmöglichkeiten schaffen.

Ein guter Redaktionsplan gibt deshalb Orientierung, ohne starr zu sein.

5. Erfolg messen und Themen weiterentwickeln

Mit der Veröffentlichung endet die Arbeit nicht.

Schauen Sie sich regelmäßig an, welche Inhalte tatsächlich funktionieren.

Je nach Zielsetzung können dabei unterschiedliche Kennzahlen interessant sein:

    • Seitenaufrufe
    • Reichweite
    • Klicks
    • Verweildauer
    • Social-Media-Interaktionen
    • Downloads
    • Weiterleitungen
    • Leads
    • Sichtbarkeit in Suchmaschinen
    • Erwähnungen und Veröffentlichungen in weiteren Medien

Welche Kennzahlen für Sie besonders relevant sind, hängt dabei immer von den zuvor definierten Kommunikationszielen ab.

Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht nur: Wie viele Menschen haben den Beitrag gesehen?

Sondern auch:

Welche Themen funktionieren bei Ihrer Zielgruppe besonders gut?

Vielleicht erzielt ein Anwenderbericht deutlich mehr Aufmerksamkeit als die klassische Produktmeldung. Vielleicht wird ein bestimmtes Fachthema besonders häufig über Google gefunden. Oder ein LinkedIn-Beitrag sorgt für neue Gespräche mit potenziellen Kunden.

Diese Erkenntnisse sollten direkt wieder in den nächsten Redaktionsplan einfließen. Gerade zum Jahresende können die Ergebnisse aus Q4 wertvolle Hinweise dafür liefern, welche Themen und Formate Sie 2027 weiterführen oder stärker ausbauen möchten.

So wird aus der Planung ein Kreislauf:

Thema identifizieren → Inhalt erstellen → veröffentlichen → auswerten → optimieren.

Von der Planung zur guten Story: Beispiele aus der PresseBox

Ein Redaktionsplan beantwortet die Frage, wann und worüber kommuniziert wird.

Für den Erfolg eines Beitrags ist aber mindestens genauso wichtig, wie das Thema erzählt wird.

Wie unterschiedlich gute B2B-Storys aussehen können, zeigen unsere regelmäßig ausgewählten „Storys des Monats“. Das Format stellt Beiträge vor, die mit interessanten Themen, einer gelungenen Aufbereitung oder einem besonderen Blickwinkel überzeugen. Gleichzeitig liefern die Beispiele Inspiration dafür, welche Geschichten auch im eigenen Unternehmen stecken können.

Ein konkretes Beispiel ist unsere „Story des Monats Juli 2026: Vom Pilotprojekt zum sicheren Regelbetrieb“. Sie zeigt, wie sich ein konkretes Projekt und die daraus gewonnenen Erfahrungen zu einer relevanten B2B-Story entwickeln lassen.

Story des Monats Juli 2026 ansehen

Der entscheidende Punkt dabei: Eine gute Story stellt nicht nur ein Unternehmen oder Produkt in den Mittelpunkt. Sie vermittelt einen nachvollziehbaren Anlass, liefert Einordnung und bietet der Zielgruppe einen konkreten Mehrwert.

Genau daraus lässt sich auch für Ihren Redaktionsplan etwas ableiten:

Planen Sie nicht nur Veröffentlichungen. Planen Sie Geschichten.

Statt:

„Im Oktober stellen wir Produkt XY vor.“

könnte im Redaktionsplan beispielsweise stehen:

„Welche Herausforderung unserer Kunden löst Produkt XY – und warum wird dieses Problem gerade jetzt relevant?“

Aus einer reinen Unternehmensmeldung wird dadurch ein Thema mit Nutzwert.

Wer seine eigenen Inhalte entsprechend aufbauen möchte, findet in unserem Beitrag „10 Tipps, wie Sie eine perfekte Story schreiben“ weitere praktische Hinweise zum Aufbau einer guten Story.

Auch ein Blick auf unsere Storys des Monats lohnt sich: Sie zeigen anhand konkreter Beispiele, wie Unternehmen aus Fachwissen, Projekten, Innovationen und Branchenthemen relevante B2B-Storys entwickeln können.

 

Fazit: Mit einem Redaktionsplan wird aus spontaner PR strategische Kommunikation

Ein PR-Redaktionsplan für Q4 schafft Struktur und hilft dabei, relevante Themen frühzeitig zu erkennen und gezielt für die Kommunikation zu nutzen. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Inhalte zu veröffentlichen, sondern die richtigen Geschichten zum richtigen Zeitpunkt für die passende Zielgruppe sichtbar zu machen.

Dafür braucht es vor allem einen guten Überblick: Welche Themen stehen an? Welches Format und welcher Kanal eignen sich dafür? Wer übernimmt welche Aufgaben und wann soll veröffentlicht werden? Wer diese Fragen frühzeitig klärt, kann Kommunikation strategisch planen, statt kurzfristig reagieren zu müssen.

Gerade die letzten ruhigeren Sommerwochen bieten die Gelegenheit, die Kommunikation für Oktober, November und Dezember vorzubereiten – und gleichzeitig bereits erste Themen für 2027 mitzudenken.

Sie möchten Ihren PR-Redaktionsplan nicht allein entwickeln oder wünschen sich Unterstützung bei Themen, Formaten und der strategischen Ausrichtung Ihrer Kommunikation? Mit unserer PR-Beratung unterstützen wir Sie dabei, Ihre PR gezielt zu planen und die passenden Maßnahmen für Ihr Unternehmen zu entwickeln. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin mit unserer Kundenbetreuung.

Sommerloch war gestern. Zeit, Ihre PR strategisch zu planen.

Quellen:
Ihr individueller Redaktionsplan – UNN,
So finden Sie Themen für Ihre PR-Arbeit – PresseBox,
Öffentlichkeitsarbeit – Definition, Begriffe und Tipps,
Planen Sie Ihre Inhalte – UNN,
KI: ChatGPT

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Magdalena Lürwer

Über die Autorin

Magdalena Lürwer hat, als Head of Marketing bei der UNN, stets den Überblick über alle Themenbereiche in diesem Umfeld. Sie ist die Expertin für Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Advertising- und Social-Media-Strategien.

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