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Pressemitteilung oder LinkedIn-Post: Welcher Content gehört wohin?

Ein neues Produkt ist fertig, eine Partnerschaft wurde geschlossen oder im Unternehmen gibt es eine spannende Entwicklung. Die Nachricht steht – jetzt fehlt nur noch der passende Kanal.

Also: Pressemitteilung schreiben oder lieber schnell einen LinkedIn-Post veröffentlichen?

In vielen Fällen lautet die beste Antwort: beides. Denn Pressemitteilungen und LinkedIn-Posts können dasselbe Thema behandeln, übernehmen dabei aber ganz unterschiedliche Aufgaben.

Was gehört in eine Pressemitteilung?

Eine Pressemitteilung eignet sich immer dann, wenn eine Nachricht ausführlich, verständlich und langfristig zugänglich sein soll. Typische Themen sind zum Beispiel:

  • neue Produkte oder Dienstleistungen,
  • Kooperationen und Partnerschaften
  • personelle Veränderungen
  • Studien und Umfragen
  • Investitionen oder Unternehmensentwicklungen,
  • Auszeichnungen
  • Messen und Veranstaltungen.

Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, eine Meldung an Journalisten zu verschicken und auf eine Veröffentlichung in einem Fachmedium zu hoffen.

Klassische Pressearbeit hat sich verändert. Online veröffentlichte Pressemitteilungen richten sich heute direkt an viele verschiedene Zielgruppen: an Journalisten, Kunden, Geschäftspartner, Interessenten – und zunehmend auch an Suchmaschinen und KI-Tools.

Eine gut aufgebaute Pressemitteilung kann deshalb deutlich länger wirken als der eigentliche Veröffentlichungsmoment.

Pressemitteilungen schaffen langfristige Sichtbarkeit

Wer nach einer bestimmten Lösung, einem Produkt oder einem Branchenthema sucht, beginnt die Recherche häufig bei Google oder stellt seine Frage direkt einem KI-Tool. Genau hier können gut aufbereitete Pressemitteilungen und Unternehmensstorys ansetzen.

Klare Überschriften, passende Keywords, hilfreiche Inhalte, Zwischenüberschriften und thematisch relevante Links erleichtern es Suchmaschinen, einen Text zu verstehen und einzuordnen. Gleichzeitig können strukturierte und fachlich fundierte Inhalte auch für KI-gestützte Antwortsysteme relevant werden.

Damit zahlt eine Pressemitteilung nicht nur auf die klassische Medienarbeit ein, sondern auch auf:

  • die Auffindbarkeit bei Google
  • die Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchen
  • die fachliche Positionierung des Unternehmens
  • den Aufbau relevanter Backlinks
  • langfristigen Traffic auf der eigenen Website.

Wichtig ist allerdings, nicht nur über das eigene Unternehmen oder ein neues Produkt zu sprechen. Wirklich interessant werden Inhalte dann, wenn sie eine Frage beantworten, ein Problem erklären oder einen konkreten Nutzen für die Leser bieten.

Aus einer reinen Produktmeldung kann zum Beispiel ein hilfreicher Beitrag entstehen, der zunächst die Herausforderung der Zielgruppe erklärt und anschließend zeigt, wie das Unternehmen diese löst.

Wie solche Inhalte aufgebaut sein sollten, zeigt auch der PresseBox-Story-Guide. Dort finden Sie unter anderem Hinweise zu Überschriften, Keywords, Helpful Content, Backlinks sowie zur Optimierung für Suchmaschinen und KI-Tools.

Was gehört auf LinkedIn?

LinkedIn funktioniert anders. Hier begegnen Menschen einem Beitrag meist neben vielen weiteren Inhalten im Feed.

Ein Post muss deshalb schnell zeigen, warum sich das Weiterlesen lohnt. Er braucht nicht alle Details einer Unternehmensmeldung, sondern vor allem einen klaren Gedanken, eine interessante Perspektive oder einen konkreten Mehrwert.

Geeignete Inhalte sind beispielsweise:

  • ein persönliches Learning aus einem Projekt
  • eine überraschende Zahl aus einer Studie
  • ein Blick hinter die Kulissen
  • eine Einschätzung zu einem aktuellen Branchenthema
  • eine Herausforderung, die das Team lösen musste
  • ein konkreter Tipp aus der Praxis
  • eine persönliche Einordnung durch die Geschäftsführung oder einen Mitarbeiter.

LinkedIn eignet sich besonders gut, um einem Thema ein Gesicht zu geben. Statt nur zu erklären, was passiert ist, kann ein Beitrag zeigen, warum eine Entwicklung wichtig war, was das Team dabei gelernt hat oder welche Diskussion daraus entstanden ist.

Genau darin liegt die Stärke des Kanals: LinkedIn schafft Nähe, lädt zum Austausch ein und erreicht Menschen direkt in ihrem beruflichen Netzwerk.

Sichtbar im Feed – aber nicht unbedingt dauerhaft auffindbar

Auch öffentliche LinkedIn-Posts können grundsätzlich außerhalb der Plattform sichtbar sein. Voraussetzung ist unter anderem, dass der Beitrag öffentlich geteilt wurde und die entsprechenden Sichtbarkeitseinstellungen aktiviert sind. LinkedIn weist selbst darauf hin, dass öffentliche Inhalte von Suchdiensten auffindbar gemacht werden können.

Darauf verlassen sollten sich Unternehmen allerdings nicht.
Ob und wie lange ein einzelner LinkedIn-Post bei Google erscheint, lässt sich kaum steuern. Suchmaschinen entscheiden selbst, welche öffentlich zugänglichen Seiten gecrawlt und indexiert werden. Eine Indexierung ist grundsätzlich nicht garantiert.

Hinzu kommt: Im LinkedIn-Feed wird ein Beitrag schnell von neuen Inhalten verdrängt. Er kann kurzfristig eine gute Reichweite erzielen, Reaktionen auslösen und Gespräche anstoßen. Als dauerhaft auffindbare Informationsquelle eignet er sich jedoch deutlich weniger als eine ausführliche Veröffentlichung in einem Unternehmensnewsroom oder einem Fachportal.

Vereinfacht gesagt: LinkedIn sorgt vor allem für Aufmerksamkeit im Moment. Eine Pressemitteilung kann auch Monate später noch über Google oder eine KI-Suche gefunden werden.

Pressemitteilung oder LinkedIn? Am besten nicht entweder oder

Unternehmen müssen sich also nicht zwangsläufig für einen Kanal entscheiden.
Oft ist es sinnvoller, eine Nachricht einmal ausführlich aufzubereiten und anschließend verschiedene Aspekte daraus für LinkedIn zu nutzen.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen veröffentlicht eine Studie zur Digitalisierung im Mittelstand.
In der Pressemitteilung finden Leser:

  • die wichtigsten Ergebnisse,
  • Informationen zur Methodik,
  • Hintergründe und Einordnungen,
  • Zitate von Experten,
  • weiterführende Links.

Der LinkedIn-Post greift dagegen nur eine besonders interessante Zahl heraus:
„Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen nutzt noch immer mehrere voneinander getrennte Systeme.“

Anschließend kann das Unternehmen kurz erklären, warum dieses Ergebnis relevant ist, und die eigene Community nach ihren Erfahrungen fragen. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, gelangt über den Link zur vollständigen Veröffentlichung.

So übernimmt jeder Kanal eine klare Aufgabe: Die Pressemitteilung liefert die Substanz. LinkedIn bringt das Thema zu den Menschen.

Warum Kopieren keine gute Content-Strategie ist

Die Pressemitteilung einfach vollständig auf LinkedIn einzufügen, funktioniert selten.

Für einen Feed-Beitrag ist der Text meistens zu lang, zu sachlich und zu wenig auf den schnellen Einstieg ausgerichtet. Umgekehrt fehlen in einem kurzen LinkedIn-Post häufig wichtige Hintergründe, Zahlen oder Quellen.
Deshalb sollte zwar die Kernbotschaft gleichbleiben – die Aufbereitung aber nicht.

In einer Pressemitteilung stehen Einordnung, Vollständigkeit und langfristige Auffindbarkeit im Vordergrund. Auf LinkedIn geht es stärker um einen schnellen Zugang, eine persönliche Perspektive und den direkten Austausch.

Mehr aus einer Nachricht machen

Wer bereits Zeit in eine gute Pressemitteilung investiert hat, muss für Social Media nicht wieder bei null anfangen.

Aus einem ausführlichen Inhalt können zum Beispiel entstehen:

  • ein LinkedIn-Post mit einem zentralen Ergebnis,
  • ein persönliches Statement,
  • eine Grafik mit wichtigen Zahlen,
  • ein kurzes Video,
  • ein Interview,
  • ein Beitrag zu einem einzelnen Teilaspekt,
  • eine weitere Story mit stärkerem Praxisbezug.

Auf der PresseBox können Unternehmen ihre Pressemitteilungen und Storys ausführlich veröffentlichen und im eigenen Newsroom bündeln. Dort bleibt der Inhalt zentral verfügbar und kann von Suchmaschinen, KI-Tools, Journalisten und interessierten Lesern gefunden werden.

LinkedIn kann diese Inhalte anschließend verlängern: nicht als Kopie, sondern als zusätzlicher Einstieg in das Thema.
Der schnelle Content-Check

Eine Pressemitteilung ist sinnvoll, wenn …

  • eine konkrete Unternehmensnachricht vorliegt,
  • Hintergründe und Details wichtig sind,
  • der Inhalt langfristig auffindbar sein soll,
  • Medien, Kunden und Fachöffentlichkeiten erreicht werden sollen,
  • der Beitrag auch auf SEO und GEO einzahlen soll.

Ein LinkedIn-Post eignet sich, wenn …

  • ein einzelner Gedanke schnell vermittelt werden soll,
  • eine persönliche Perspektive interessant ist,
  • Erfahrungen oder Meinungen geteilt werden,
  • Reaktionen und Austausch erwünscht sind,
  • Aufmerksamkeit für einen ausführlicheren Inhalt geschaffen werden soll.

Beide Formate sind sinnvoll, wenn eine Nachricht sowohl fundiert erklärt als auch persönlich und zugänglich vermittelt werden soll.

Fazit: Gleiche Botschaft, unterschiedliche Aufgabe

Pressemitteilungen und LinkedIn-Posts stehen nicht in Konkurrenz zueinander.
Eine Pressemitteilung schafft eine ausführliche und langfristig auffindbare Informationsbasis. Sie kann Journalisten erreichen, aber ebenso potenzielle Kunden, Suchmaschinen und KI-gestützte Antwortsysteme.

LinkedIn bringt ausgewählte Aspekte dieser Nachricht in den Feed, macht sie persönlicher und eröffnet den direkten Austausch mit der Zielgruppe.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Pressemitteilung oder LinkedIn-Post? Sondern: Wo soll der Inhalt heute Aufmerksamkeit schaffen – und wo soll er auch morgen noch gefunden werden?

(Quellen: LinkedIn Hilfe10 Tipps, wie Sie eine perfekte Story schreibenEinfach Storys erstellen, KI-ChatGPT)

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Über die Autorin

Elvira Schmidt, Content-Marketing und Redaktion bei der UNN. Ihr Schwerpunkt liegt auf Marketing, Pressearbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Social Media.

Kommentare zu "Pressemitteilung oder LinkedIn-Post: Welcher Content gehört wohin?"

  1. Cornelia Brodersen 30. Juli 2026 um 12:32

    Danke! Sehr interessant!
    Frage: Braucht man eigentlich noch eine Webseite?
    Was sollte man dort veröffentlichen? Sollte man dazu die KI verwenden?

    1. luerwer 30. Juli 2026 um 13:14

      Vielen Dank für die Rückfrage!

      Ja, eine eigene Website ist nach wie vor wichtig. Sie ist der Ort, an dem Unternehmen ihre Inhalte und Expertise dauerhaft präsentieren und selbst kontrollieren können. Gleichzeitig dient sie als Grundlage dafür, über Suchmaschinen und zunehmend auch über KI-Systeme gefunden zu werden.

      KI kann bei der Erstellung von Inhalten zwar eine große Hilfe sein, etwa für Ideen oder die Struktur eines Textes. Entscheidend ist jedoch, dass die Inhalte auf dem eigenen Fachwissen und den Erfahrungen des Unternehmens basieren. Authentische und hilfreiche Inhalte schaffen Vertrauen – sowohl bei potenziellen Kunden als auch bei Suchmaschinen und KI.

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