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GEO statt SEO

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Experteninterview: „GEO statt SEO – Chancen für KMU“ – mit Jonas Frewert, Geschäftsführer der geoagentur.de

Herr Frewert, Suchmaschinen und KI-basierte Antwortsysteme verändern aktuell grundlegend, wie Inhalte gefunden werden. Welche strategischen Anpassungen sollten Unternehmen im Bereich SEO jetzt vornehmen, um auch künftig sichtbar zu bleiben?

Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass das Ziel allein der „Klick auf die Website“ ist. In einer Welt, in der Google (via AI Overviews), ChatGPT oder Perplexity die Antwort direkt liefern, findet „Zero-Click-Search“ immer häufiger statt.

Strategisch bedeutet das für Unternehmen drei Dinge:

  • Vom Keyword zur Entität: Hören Sie auf, nur einzelne Keywords zu optimieren. KI „denkt“ in Entitäten (Konzepte, Personen, Orte, Marken) und deren Beziehungen zueinander. Sie müssen Ihrer Marke als klare Entität im Netz etablieren.
  • Markenautorität als Währung: Wenn die KI die Antwort direkt gibt, zitiert sie Quellen. Sie wollen die Quelle sein, die zitiert wird. Das erreichen Sie nur durch extrem hohe Glaubwürdigkeit und Autorität in Ihrer Nische.
  • Strukturierte Daten: Helfen Sie den Maschinen, Ihre Inhalte zu verstehen. Schema Markup (strukturierte Daten) ist der „Reisepass“ Ihrer Inhalte, damit KI-Modelle genau wissen: Das ist ein Preis, das ist eine Öffnungszeit, das ist ein Experten-Statement.

Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Generative Engine Optimization. Worin unterscheidet sich GEO konkret von klassischer Suchmaschinenoptimierung, und welche Chancen ergeben sich daraus insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)?

Der Unterschied ist fundamental:

  • Klassisches SEO: Hier kämpfen Sie um Platzierung in einer Liste von Links. Der Nutzer muss klicken, lesen und selbst synthetisieren.
  • GEO: Hier kämpfen Sie darum, Teil der personalisierten Antwort zu sein. Die KI liest hunderte Quellen und formuliert eine Antwort – diese gilt es zu sein.

Die Chance für KMU: Kleine Unternehmen haben oft tiefes, spezialisiertes Fachwissen, das großen Generalisten fehlt. KIs lieben spezifische, faktisch dichte Informationen. Ein lokaler Spezialmaschinenbauer aus dem Mittelstand kann für eine spezifische technische Frage („Wie optimiere ich CNC-Fräsen für Verbundstoffe?“) viel leichter zur „zitierten Quelle“ einer KI werden als ein riesiges Industrieportal, weil sein Content tiefer und authentischer ist.

Welche Anforderungen muss Content heute erfüllen, damit er sowohl für klassische Suchmaschinen als auch für KI-Systeme wie ChatGPT oder Gemini relevant und zitierfähig ist?

Content muss heute „maschinenlesbar“, aber „menschenzentriert“ sein. Damit KIs Ihre Inhalte als Faktenquelle nutzen, sollten Sie folgende Formel beachten:

  1. Die „Inverted Pyramid“ Struktur: Geben Sie die wichtigste Antwort direkt am Anfang. KIs scannen oft den Beginn eines Abschnitts, um Relevanz zu bewerten.
  2. Faktendichte statt „Fluff“: KI-Modelle filtern Füllwörter und Marketing-Bla-Bla heraus. Hohe Informationsdichte, Statistiken, eigene Daten und klare Definitionen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, zitiert zu werden.
  3. Autorität durch Zitate: Belegen Sie Ihre Aussagen. Wenn Sie extern verlinken und selbst verlinkt werden, validiert das Ihre Informationen im Netzwerk der KI.
  4. Einzigartigkeit: KIs sind darauf trainiert, Redundanz zu vermeiden. Wenn Ihr Text genau das Gleiche sagt wie Wikipedia, wird Wikipedia zitiert. Bringen Sie neue Perspektiven, eigene Fallstudien oder exklusive Daten ein.

Welche Bedeutung kommt professioneller PR-Arbeit im Zusammenspiel mit SEO und GEO zu, insbesondere wenn es darum geht, Vertrauen, Autorität und Reichweite in digitalen Kanälen und gegenüber Kunden aufzubauen?

PR ist im GEO-Zeitalter nicht mehr optional, sondern technischer Treibstoff.

Das liegt am Konzept von E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness), das wir aus der SEO-Welt kennen. KI-Modelle trainieren und validieren Fakten basierend auf dem Konsens vertrauenswürdiger Quellen.

  • Wenn über Ihr Unternehmen in renommierten Fachmagazinen, Zeitungen oder auf Wikipedia berichtet wird, lernt das Modell: „Diese Marke ist eine Autorität in diesem Themenfeld.“
  • Brand Mentions (Nennungen ohne Link) werden durch GEO fast so wertvoll wie Backlinks. Die KI verknüpft Ihren Markennamen semantisch mit Ihren Kernthemen. PR liefert also den „sozialen Beweis“, den die KI braucht, um Ihre Inhalte als „Wahrheit“ einzustufen.

Viele KMU stehen dem Thema KI-Sichtbarkeit noch zurückhaltend gegenüber. Welche konkreten ersten Schritte empfehlen Sie Unternehmen, um ihre Auffindbarkeit in KI-gestützten Informationssystemen zu verbessern – und welche zentralen Tipps sollten Unternehmen mit Blick auf 2026 unbedingt berücksichtigen?

Mein Rat: Starten Sie jetzt, denn die KI lernt heute die Daten von morgen. Wir erleben gerade das Ende des Browsers, wie wir ihn seit 30 Jahren kennen. Die Idee, dass ein Nutzer eine URL eingibt oder zehn blaue Links durchklickt, wird obsolet. KI-Browser, persönliche KI-Agenten und Voice-Interfaces werden den herkömmlichen Browser komplett ablösen. Wer jetzt abwartet, verliert nicht nur Rankings, sondern den Anschluss an die Realität.

Erste Schritte für sofort:

  1. Digitales Hausrecht klären: Prüfen Sie Ihre Einträge in Knowledge Panels (Google Business Profile, Wikipedia, LinkedIn). Sind diese Daten konsistent?
  2. FAQ-Bereiche ausbauen: KIs sind Frage-Antwort-Maschinen. Erstellen Sie auf Ihrer Seite detaillierte FAQ-Sektionen zu Ihren Produkten, die echte Nutzerfragen („W-Fragen“) präzise beantworten.
  3. Content Audit: Überarbeiten Sie Ihre „Über Uns“-Seite und Experten-Profile. Zeigen Sie klar, wer die Inhalte schreibt und warum diese Person kompetent ist (Autorenboxen).

Blick auf 2026:

  • Multimodalität wird König: KI sucht nicht mehr nur Text. UGC (User-Generated-Content) wird Pflicht, weil authentische und persönliche Erfahrungen das “Futter” für Nutzer-Konversationen sind. Wir müssen plattformübergreifend denken.
  • Personalisierung: Antworten werden zunehmend auf den Nutzer zugeschnitten. Bauen Sie Inhalte für verschiedene Phasen der „User Journey“, nicht nur für den Kaufabschluss.

Fazit

GEO ergänzt SEO um KI-Optimierung und bietet KMU neue Chancen auf Sichtbarkeit und Relevanz. Wir danken Herrn Frewert und geoagentur.de herzlich für das informative Gespräch.

Autorenhinweis:
Das Interview führte die Redaktion der PresseBox, dem führenden PR-Portal für Unternehmenskommunikation im Technologiebereich im DACH-Raum. Brauchen Sie Unterstützung bei Ihrer GEO und Sichtbarkeit in AI? Dann nehmen Sie Kontakt zu unseren Experten auf!

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Jonas Frewert

Jonas Frewert ist Geschäftsführer der Frewert-Media GmbH und der geoagentur.de. Als erfahrener Unternehmer im Bereich SEOGoogle Ads und GEO (Generative Engine Optimization) hat er sich einen Namen als Experte für digitale Sichtbarkeit gemacht. Mit seiner Expertise betreut er über 120 Kunden weltweit und unterstützt Unternehmen dabei, nachhaltig in Suchmaschinen und KI-generierten Ergebnissen präsent zu sein.

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