Das Jahr 2026 beginnt mit einer Kommunikationslandschaft, die kaum wiederzuerkennen ist. Für viele Unternehmen bedeutet das: Gewohnte Kommunikationsroutinen funktionieren nicht mehr wie bisher. Wer im neuen Jahr sichtbar bleiben möchte, muss Inhalte präziser planen und die Erwartungen seiner Zielgruppe besser verstehen als je zuvor. In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Content- und PR-Trends 2026 für Sie zusammengefasst.
Trend 1: Glaubwürdigkeit zählt, nicht Lautstärke
Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren große Versprechen gemacht, ohne konkrete Taten folgen zu lassen. Gleichzeitig wächst bei Konsumenten die Skepsis gegenüber Marketingbotschaften, die zu sehr nach Greenwashing oder Purpose-Washing klingen. Verbraucher und Geschäftspartner erwarten 2026 weniger Pathos und mehr Fakten. Das heißt: nachvollziehbare Fakten, echte Beispiele aus dem Unternehmensalltag und eine transparente Kommunikation.
Was sich 2026 verändert
- Stakeholder prüfen genauer: Aussagen zu Nachhaltigkeit, sozialem Engagement oder Unternehmenswerten werden intensiver hinterfragt.
- Authentizität wird entscheidend: Praktische Beispiele aus dem eigenen Unternehmen wirken stärker als generische Formulierungen.
- Regulatorischer Druck steigt: Berichtspflichten oder ESG-Standards erhöhen die Erwartungen an konkrete Nachweise.
Wie Sie 2026 glaubwürdig bleiben
- Fakten in den Vordergrund stellen: Liefern Sie konkrete Zahlen oder Fortschritte und bieten Sie Ihren Followern damit mehr als allgemeine Aussagen.
- Werte sinnvoll kommunizieren: Besetzen Sie lieber wenige Kernthemen, die Ihnen wichtig sind. Diese dafür mit Tiefe und Relevanz.
- Kritikfähigkeit zeigen: Kommunizieren Sie ehrlich über Herausforderungen. Das schafft mehr Vertrauen als perfekte Selbstdarstellung.
Trend 2: GEO statt SEO – und warum E-E-A-T dabei nicht fehlen darf
Bereits 2025 hat der Shift von SEO zu GEO begonnen, im neuen Jahr geht dieser Prozess weiter. Klassische SEO-Regeln verlieren an Bedeutung, weil immer mehr Suchanfragen über ChatGPT & Co. laufen. Entscheidend wird also nicht mehr nur, wie gut eine Website für Suchmaschinen optimiert ist, sondern wie gut generative Modelle Ihre Inhalte verstehen.
SEO bleibt somit zwar weiter relevant, aber die Generative Engine Optimization (GEO) rückt in den Fokus. Damit ist die Optimierung von Inhalten für KI-basierte Such- und Antwortsysteme gemeint. Denn 2026 gilt: Wer gefunden werden will, muss Inhalte so gestalten, dass sie für Menschen verständlich und für KI eindeutig interpretierbar sind.
Was sich 2026 verändert
- Strukturierte Inhalte gewinnen: Klar formulierte Aussagen und saubere Quellenangaben erleichtern es KI-Modellen, relevante Inhalte zu finden und zu verwenden.
- Fragmente statt Keywords: Generative Systeme greifen häufig einzelne Textabschnitte oder Fakten auf. Ihre Inhalte müssen daher präzise und zitierfähig sein.
- Antwortlogik statt Keyword-Logik: Die Frage „Welche Antwort liefert eine KI auf diese Suchanfrage?“ wird wichtiger als „Welches Keyword platziere ich?“
Wie Sie GEO 2026 praktisch umsetzen
- Inhalte klar strukturieren: Gliedern Sie in kurze Absätze, schreiben Sie präzise und verwenden Sie eindeutige Überschriften.
- Fakten mit Quellen hinterlegen: KI bevorzugt belegbare Informationen. Nutzen Sie diese also, wenn möglich.
- Experten sichtbar machen: Verwenden Sie authentische Stimmen und nennen Sie Autoren. So können Sie Expertise zeigen.
- Antwortorientiert schreiben: Formulieren Sie Inhalte so, dass sie eine Frage vollständig und verständlich beantworten.
- Qualität vor Quantität: Generativer Suchverkehr belohnt Tiefe und Klarheit. Massenhaft generischer Content hat somit keine Chance mehr.
Warum E-E-A-T wieder an Bedeutung gewinntIn GEO-Kontext wird E-E-A-T zu einem wichtigen Rankingfaktor im KI-Zeitalter. Denn generative Systeme bevorzugen Quellen, die vertrauenswürdig, erfahren und eindeutig sind. Wenn Sie das umsetzen, erhöhen Sie Ihre Chancen, von der KI zitiert zu werden. E-E-A-T steht für: · Experience: eigene Erfahrungen zum Thema · Expertise: fachliches Wissen, Qualifikation · Authoritativeness: vertrauenswürdige Reputation · Trust: zuverlässige und transparente Inhalte |
Trend 3: Aufmerksamkeit gewinnen und Vertrauen aufbauen
Die Informationsflut erreicht einen neuen Höhepunkt. Nutzer konsumieren zwar ständig Inhalte, werden aber immer selektiver darin, was sie überhaupt wahrnehmen. Social Media Feeds sind stärker algorithmisch gefiltert und KI-generierte Inhalte werden austauschbarer. Gleichzeitig steigt besonders im B2B-Umfeld der Wunsch nach glaubwürdigen und relevanten Informationen.
Unternehmen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Aufmerksamkeit gewinnen und Vertrauen aufbauen. Wer beides nicht schafft, verschwindet in der Masse ständig neuer Inhalte.
Was sich 2026 verändert
- Nutzer filtern aggressiver: Inhalte ohne klaren Nutzen werden sofort übersprungen. Aufmerksamkeit wird damit immer teurer.
- Vertrauen wird zum ernsten Faktor: Die Skepsis gegenüber KI-Content und schnellen Infos steigt, persönliche Glaubwürdigkeit gewinnt an Bedeutung.
- Owned Media erlebt ein Comeback: Newsletter und Blogs gewinnen an Reichweite, weil sie direkter und besser kontrollierbar sind.
- Mitarbeiter werden zu Corporate Voices: Persönliche Stimmen und interne Expertise wirken authentischer als generische Unternehmensbotschaften.
Wie Sie 2026 Vertrauen schaffen
- Botschaften klar zuspitzen: Jede Kommunikation braucht eine zentrale Message, sonst geht sie unter.
- Qualität über Quantität stellen: Produzieren Sie lieber weniger Inhalte, die qualitativ überzeugen, statt billigem Massencontent.
- Echte Stimmen einsetzen: Bitten Sie Mitarbeiter, Experten oder Führungskräfte um Statements. So können Sie Ihre Marke stärken.
- Verständliche und korrekte Inhalte liefern: Setzen Sie auf eine transparente Kommunikation und bieten Sie Ihren Lesern Inhalte, die – besonders in Zeiten von KI – korrekt sind. Übersetzen Sie außerdem komplexe Themen in verständliche Sprache. Das schafft noch mehr Vertrauen.
- Owned Media ausbauen: Investieren Sie in Newsletter, Fachbeiträge, einen eigenen Blog oder LinkedIn-Formate. Sie bieten direkte Reichweite und machen Sie unabhängig von Algorithmen.
Trend 4: Data-driven PR wird messbarer – auch für den Mittelstand
Die Rolle von Daten wächst seit Jahren stetig. 2026 bildet hier keine Ausnahme. Der Vorteil: KI-gestützte Analysewerkzeuge machen es einfacher, Medienresonanz, Themenentwicklungen und Stimmungen auszuwerten. Wo früher große Budgets für Monitoring oder Marktforschung notwendig waren, reichen heute schlanke Tools. Das verändert die Arbeitsweise vieler Kommunikationsverantwortlicher. Statt nur Inhalte zu produzieren, können sie deutlich besser erkennen, welche Themen funktionieren, warum sie funktionieren und wie sich Botschaften über verschiedene Kanäle entwickeln.
Was sich 2026 verändert
- Echtzeit wird Standard: KI-Tools werten Medien und Suchtrends in Echtzeit automatisiert aus.
- Messgrößen werden strategischer: Unternehmen achten weniger auf Reichweite und mehr auf die Wirkung.
- Vorhersagen werden präziser: KI erkennt Muster und zeigt Ihnen, mit welchen Themen Sie eine Chance haben, sichtbar zu werden.
Wie Sie 2026 sinnvoll mit Daten arbeiten
- Social Listening aktiv nutzen: Hören Sie Ihrer Zielgruppe zu. So erkennen Sie frühzeitig Trends, Stimmungen oder Fragen Ihrer Fans und Follower.
- Daten in Storytelling übersetzen: Präsentieren Sie die harten Fakten nicht einfach nur in Tabellen, sondern übersetzen Sie diese. Zum Beispiel: „Thema X gewinnt an Dynamik, deshalb sollten wir reagieren.“
- Tools bewusst auswählen: Monitoring- und Analysetools müssen nicht teuer sein. Lassen Sie sich nicht von schönen Versprechen leiten, sondern prüfen Sie, was die jeweiligen Tools wirklich können, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
- Planung datenorientiert gestalten: Wählen Sie Content- und PR-Themen anhand von Daten und Fakten und nicht aufgrund Ihres Bauchgefühls.
Trend 5: KI als Gamechanger jenseits des Hypes
Viele Unternehmen haben die ersten Pilotprojekte bereits hinter sich, stehen nun aber vor der eigentlichen Herausforderung. Für sie geht es darum, KI sinnvoll in tägliche Abläufe zu integrieren, ohne an Qualität und Glaubwürdigkeit zu verlieren. Denn eines ist klar: Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz für strategisches Denken. Richtig eingesetzt ist sie jedoch ein mächtiges Werkzeug, mit dem Sie Ihre PR-Arbeit effizienter gestalten können.
Was sich 2026 verändert:
- KI wird zum Standardwerkzeug: Mit KI lässt sich nahezu jeder Prozess unterstützen. Selbst für kleinere Unternehmen werden Tools somit interessant.
- Qualität rückt in den Mittelpunkt: Automatisierte Inhalte sind oft austauschbar. Die Frage ist also nicht mehr, ob KI genutzt wird, sondern wie gut sie genutzt wird.
- Transparenz wird Pflicht: Regulierungen und neue Plattformrichtlinien machen es notwendig, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz offen und nachvollziehbar zu gestalten.
Wie Sie KI 2026 sinnvoll nutzen:
- KI als Assistent, nicht als Autopilot: Künstliche Intelligenz kann Ihren Alltag entlasten, strukturieren und optimieren. Die finale Einordnung und Bewertung sollte aber immer ein Mensch übernehmen.
- Arbeitsprozesse klar definieren: Nutzen Sie Standardprompts und Qualitätsleitlinien, um verlässliche Ergebnisse zu erhalten.
- Teamkompetenz stärken: Ihre Mitarbeiter müssen wissen, wie KI funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und wie man Ergebnisse bewertet. Stärken Sie deshalb die „AI Literacy“ – also die KI-Kompetenz – Ihrer Mitarbeiter.
- Personalisierung statt Masse: Generieren Sie nicht wahllos Content, sondern bieten Sie personalisierten Content für Ihre Zielgruppe an.
Trend 6: Formate und Kanäle ändern sich
KI-generierte Inhalte überschwemmen das Netz. Gleichzeitig verändern Suchmaschinen und soziale Plattformen ihre Funktionsweisen. Sichtbarkeit entsteht 2026 durch: klare Formate, konsistente Storylines und nachweisbaren Praxisbezug.
Formate rücken dabei stärker in den Vordergrund als einzelne Kanäle. Wer relevante Themenfelder besetzen will, muss Inhalte so aufbereiten, dass sie Orientierung bieten und Wiedererkennbarkeit schaffen. Denken Sie daran, dass unterschiedliche Content-Formate verschiedene Aufgaben innerhalb einer übergeordneten Storyline erfüllen:
- Fachartikel und Branchenthemen schaffen Tiefe und bauen thematische Autorität auf.
- Kommentare positionieren Sie sichtbar zu aktuellen Entwicklungen.
- Interviews transportieren Perspektiven, Glaubwürdigkeit und Nähe.
- Anwenderberichte, Success oder Feature Storys machen Nutzenversprechen greifbar und zeigen reale Anwendung statt abstrakter Versprechen.
Was sich 2026 verändert
- Evergreen Content funktioniert weiter: Evergreen Content bleibt wertvoll, aber nur wenn er regelmäßig aktualisiert wird.
- Content Hubs gewinnen an Gewicht: Plattformen und KI-Systeme erkennen thematische Zusammenhänge besser. Gut strukturierte Themenwelten stehen deshalb höher im Kurs.
- Storyline wird zum Erfolgsfaktor: Inhalte müssen aufeinander aufbauen und einen roten Faden erkennen lassen.
- Visuelle und kurze Formate gewinnen: Infografiken, Reels, kurze Erklärvideos oder KI-gestützte Visuals erzeugen schneller Aufmerksamkeit.
Fazit: So überzeugen Sie 2026 mit Content und PR
- Formate gezielt einsetzen: Kombinieren Sie verschiedene Content-Formate entlang einer klaren Storyline – von Blogartikeln über Social Posts bis hin zu Pressemitteilungen als Teil Ihrer strategischen Pressearbeit.
- Themenfelder strategisch besetzen: Definieren Sie Schwerpunkte, statt viele Einzelthemen anzureißen.
- Evergreen Content regelmäßig aktualisieren: Überprüfen Sie Daten und Fakten Ihrer Dauerbrenner einmal im Jahr.
- Content Hubs aufbauen: Bündeln Sie Wissen in Leitfäden, Themenseiten und Serien, statt nur isolierte Beiträge zu schreiben.
- Klare Mehrwerte formulieren: Kommen Sie bei Ihren Inhalten schneller zum Punkt. Das gilt für Überschriften, Texte und Bilder gleichermaßen.
Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.




